Pressemitteilung zum Erhalt des Schulstandortes in Obersteinbeck

Seit über 100 Jahren existiert der Schulstandort Obersteinbeck. Die St.-Martin-Schule übernimmt dabei einen besonderen Stellenwert im sozialen Leben in Obersteinbeck. Im Sinne des Slogans „Kurze Beine – kurze Wege“ entspricht der Standort den Zielen einer wohnortnahen Schule, die zu Fuß oder mit dem Rad für Kinder und Eltern erreichbar ist. An der St.-Martin-Schule können die Kinder in einem behüteten und überschaubaren Umfeld aufwachsen und lernen. Die viel diskutierten und berechtigten Sorgen und Probleme um den Bustransport wären von vornherein beseitigt.

Nun scheint das Ende der St.-Martin-Schule besiegelt; und nach Auffassung des KBR geht es einigen Akteuren dabei nicht schnell genug, angesichts der Vehemenz mit der der Bürgermeister und der Schulleiter sich für das Auslaufen des Schulstandortes einsetzen. Nach offizieller Sprachregelung sei die Aufgabe des Standortes aufgrund zu geringer Schülerzahlen angeblich alternativlos.  

Aber gibt es tatsächlich keine Alternativen? Vielleicht sollten der Bürgermeister und die Schulleitung ihre Energie für Lösungen zum Erhalt des Schulstandortes verwenden; denn dass es anders geht, hat man vor einigen Jahren in Hörstel gesehen. Hier konnte die Grundschule in Birgte durch Anmeldungen aus Dörenthe gesichert werden. Was vielleicht zunächst als „Schnapsidee“ geboren wurde, hat sich als ein wirksames Instrument zur Sicherstellung des Standortes Birgte herausgestellt.

Schließlich besteht aktuell kein Anlass für eine Schließung der St.-Martin-Schule.

1. Für das Schuljahr 2017/18 ist eine ausreichende Schülerzahl gegeben.

2. Die Mindestzahl von 46 Kindern wird erst zum Schuljahr 2018/19 unterschritten. Ursache ist ein ausnahmsweise sehr kleiner Jahrgang mit nur 6 Kindern. Mit Verlassen dieses Jahrgangs ist aber nach den Prognosen diese Mindestzahl wieder überschritten.

3. Angesichts der durchschnittlichen Anmeldungen der letzten Jahre ist zukünftig von stabilen Schülerzahlen oberhalb der Mindestzahl von 46 Kindern auszugehen. Dabei ist nicht nur das aktuelle Baugebiet „Feldmann“ zu berücksichtigen. Auch beobachten wir, dass Kinder nach Ausbildung, Studium etc. wieder in ihr Elternhaus zurückkehren, um hier ihr zukünftiges Leben zu gestalten. Ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine Rückkehr nach Obersteinbeck kann dabei auch ein intakter Schulstandort sein.

4. Auch in den vergleichbar großen Nachbarorten Halverde oder Schale konnten die Grundschulen mit ähnlichen Schülerzahlen wie in Obersteinbeck erhalten werden und auch dort wird mit einem jahrgangsübergreifenden Konzept unterrichtet. 

Angesichts der Diskussion um den Schulstandort beobachten wir eine deutliche Verunsicherung in der Elternschaft. Mit dem Argument der vermeintlichen Alternativlosigkeit wird den Eltern seit geraumer Zeit von der Schulleitung, der Verwaltung der Gemeinde Recke sowie Teilen des Rates suggeriert, die Schule habe keine Zukunft mehr. Die Strategie ist klar: Die Obersteinbecker Eltern sollen bereits jetzt ihre Kinder für den Standort Steinbeck anmelden. Dabei wünschen sich die Obersteinbecker Eltern an erster Stelle einen Erhalt des Standortes, wie dem Schreiben der Elterninitiative zu entnehmen ist. Nur wenn eine Schließung unausweichlich ist, fügen sie sich einem schrittweisen Auslaufen der Schule.

Deshalb ist es auch nur gut, dass wir in der letzten Sitzung des Schulausschusses gegen die Stimmen der CDU erreicht haben, dass für das kommende Schuljahr 2017/18 eine Anmeldung für den Schulstandort Obersteinbeck möglich ist. Auf diese Weise haben wir eine Option zum Erhalt und zur dauerhaften Sicherung der St.-Martin-Schule. Ebenso verbleibt ein weiteres Jahr, um all die seitens der Elternschaft vorgetragenen Fragen und Probleme im Zusammenhang mit einer Zusammenlegung der beiden Schulen einvernehmlich und umfassend zu klären.

Problematisch ist außerdem, dass sich durch die Zusammenlegung in den nächsten Jahren Klassengrößen von 34 und sogar bis zu 37 Kindern ergeben, ohne dass eine verbindliche Zusage des Schulrates zur Teilung der Klassen erfolgte.

Eine Schließung der St.-Martin-Schule wäre unumkehrbar. Sie wird vom Rat beschlossen nicht von den Eltern. Wenn die CDU eine Schließung der St.-Martin-Schule möchte, muss sie das auch klar und deutlich sagen und sich nicht hinter der Argumentation der Verwaltung bzw. der „Alternativlosigkeit“ verstecken. Auf keinen Fall kann sie sich auf angebliche Wünsche der Eltern für eine derartige Entscheidung berufen.  

Das KBR wird sich weiterhin und mit Nachdruck für den Erhalt der St.-Martin-Schule einsetzen. Die Beispiele aus den Nachbarorten zeigen, was möglich ist, wenn Eltern sowie die Verantwortlichen in Verwaltung, Schule und Rat gemeinsam und ehrlich an einem Strang ziehen, um das Beste für die Bürger/innen der Kommune zu erreichen.

gez. Andrea Lüttmann, Malte Lüttmann, Manfred Berghaus, Jürgen Visse